Stromautobahn in Kärnten: besetzt 25.000 ha besten Boden und schafft weitere Emissionen

22.12.2025

Dietmar Wuksch

Wichtige Fakten zum geplanten 380 kV- und 110 kV -  Stromleitungsprojekt

Die Kärntner Bürgerinitiativen sprechen sich entschieden gegen das geplante 380 kV – Projekt und eine zweite internationale Strom-Transitleitung in Kärnten aus. Kärnten ist kein Spielplatz für Energiekonzerne. Kärnten hat der Industrie und den Energiekonzernen bereits genug Landesfläche geopfert, sehr viel Unterstützungsleistungen für Großprojekte bezahlt, und große Risiken und Haftungen übernommen.

Kärnten und der Kärntner Siedlungsraum ist bereits sehr stark durch den Transitverkehr (Autobahnen und Eisenbahnen) und die großen Transitleitungen und Pipelines (die größten in Europa, Erdgas, Strom, Erdöl), massiv belastet. Das kleine Kärnten hat keinen Platz für eine weitere Strom-Transitleitung zusätzlich zur bestehenden 220er Transitleitung, die bereits aufgerüstet wurde.

Die neue 380 kV - Leitung stellt für die Anrainer eine sehr große Gesundheitsbelastung dar.  Dazu zählen die Belastung durch das Magnetfeld, die Lärmbelastung, der emotionale Stress, alleine durch die hohen Masten und die Sichtbarkeit der Leitungen, und vieles mehr. Die Belastungen sind umso höher je näher die Anrainer an der Leitung wohnen müssen.  Hinzu kommt, dass der Erholungseffekt im eigenen Garten od. Heim ruiniert ist, wenn man neben einer Leitung wohnt.

Die 380 kV - Leitung ist laut. Der Gesetzgeber und die E-Wirtschaft haben sich sehr hohe Lärmgrenzwerte für Hochspannungsleitungen genehmigt. In der Nacht 40 dBA und am Tag 50 dBA, und das im 24 Stundenbetrieb. Diese Lärmgrenzwerte berücksichtigen nicht die vorhandene Lärmbelastung von Straße, Eisenbahn und Industrie. In vielen Bereichen ergeben sich untragbare Gesamtbelastungen für die Anrainer, die der Gesetzgeber ignoriert.

Die 380 kV - Leitung besteht aus ca. 700 sehr hohen Masten von über 70 m Höhe, bzw. bis 90 m Höhe, die quer durch ganz Kärnten aufgestellt werden. Hinzu kommen weitere ca. 150 geplante Masten im Lavanttal. Die Leitungen haben eine Leistung von ca. 5 GW, soweit man das in Erfahrung bringen kann. Das ist praktisch eine unansehnliche  Mastengalerie und Spinnennetz quer durch Kärnten. Damit werden das Landschaftsbild und die Tourismusregionen stark geschädigt. Kärnten wird noch mehr zu einer Industriezone. Damit werden viele Bemühungen um das Landschaftsbild in Kärnten entwertet.

Kärnten und der Alpenraum sind durch die Alpenkonvention auf EU-Ebene besonders geschützt. Das zweite 380 kV - Projekt in Kärnten widerspricht den Zielsetzungen der Alpenkonvention. Österreich wird aufgefordert die Alpenkonvention auch in Kärnten einzuhalten und das 380 kV - Projekt nicht zu genehmigen.

Die 380 kV - Leitung beansprucht eine sehr große Landesfläche. Für die Stromtrasse mit einer Länge von 190 km und weiteren geplanten 50 km ist unmittelbar ein Trassenstreifen von 200 m Breite vorgesehen. Betroffen ist aber der gesamte Nahbereich mit einer Breite von mindestens 1 km. Die 190 km quer durch Kärnten für das 380 Projekt und das neu beantragte 50 km lange 380 kV - Projekt im Lavanttal bedeuten, dass insgesamt ca. 250 km2 Landesfläche geopfert werden, also umgerechnet 25.000 Hektar. Im Vergleich zu offensichtlichen Privilegien und Freiheiten für die Energiewirtschaft wird der Bodenverbrauch bzw. die Bodennutzung bei Landwirten gesetzlich extrem strikt kontrolliert. Auch die industrielle Bauwirtschaft würde ein Projekt dieser Größenordnung niemals durchsetzen.

Erhebliche Wertverluste für die Grundstückseigentümer. Berücksichtigt man auch zukünftige Wertverluste, wegen Beschränkungen des Siedlungsraums, so ergeben sich insgesamt enorme Wertverluste für die Grundstückbesitzer. Nimmt man einen langfristigen Wertverlust von durchschnittlich 5 € pro m2 an, so wären das 1,2 Mrd. Euro.

Steigende Stromnetzkosten. Die Energiekonzerne wollen in Österreich bis 2040 77 Milliarden Euro in den Netzausbau investieren. Das wird die Strom-Netzkosten allein bis 2030 um weitere 50% erhöhen. (neue Netzkosten-Studie des Fachverbands „Österreichs Energie“ 2025). Nach 2030 wird es dann noch viel teurer. Österreich und Kärnten haben bereits jetzt sehr hohe Netztarife. Von 2020 bis 2025 wurden die Netztarife bereits um ca. 50% erhöht.  In Klagenfurt sogar um bis zu 80%.

Die Bundesregierung und die Industrie haben erklärt, dass die Stromkosten sinken und nicht steigen sollen (2025). Bereits jetzt hat Österreich eine Energiepreis- und Strompreiskrise, ausgelöst durch hohe Strompreise. Die Österreicher haben praktisch nichts vom billigen Strom der alten Wasserkraftwerke. Davon profitieren nur die Konzerne.

Das 380 kV - Projekt ist extrem teuer und soll 3 Milliarden Euro kosten. Das ist ein Drittel aller geplanten APG Netzinvestitionen in Höhe von 9 Mrd. €  bis 2033 in Österreich.

Da auch das KNG-Kärnten Netz mit einer 110 kV-Leitungssystem wesentlicher Teil dieser Leitung ist, wird Kärnten einen sehr großen Anteil der Projektkosten mitbezahlen müssen.

Der geplante Netzausbau ist Teil der extremen teuren Luxus-Energiewende, die  einen 100% erneuerbares Energiesystem mit Strom und Wasserstoffwirtschaft bis 2040 umsetzen will. Angesichts der Wirtschaftskrise ist es ein verrücktes Programm. Viele Experten halten es für völlig unrealistisch, dass Österreich das bis 2040 umsetzen kann. Beispielsweise ist es unmöglich dass das Ziel 100% E-Autos 2040 realisiert wird. Es werden maximal 50% werden. Ähnliches gilt für alle anderen Bereiche. Das teure Luxus-Energiewende-Programm und die zukünftig hohen Strompreise sind eine große Gefahr für den Wirtschaftsstandort Kärnten und Österreich.

Für Energiekonzerne und Netzbetreiber rechnet sich jedes Stromleitungsprojekt. Der Gesetzgeber garantiert ihnen vollen Kostenersatz und garantierte Gewinne, bzw. eine hohe Verzinsung des eingesetzten Kapitals, mit der „Kosten plus Gewinn – Regelung“. Das gilt solange das Leitungssystem besteht.  Das Kostenrisiko,  und Auslastungsrisiko tragen die Endkunden und der Staat.  Für den Netzbetreiber ist jede zusätzliche Leitung ein Gewinn. Und zwei Transit-Leitungen in Kärnten sind daher für die Konzerne viel besser als eine Leitung. Und zusätzlich sind die Projekte durch internationale Investorenschutzabkommen gesichert. Einmal genehmigt, kommt Österreich aus solchen Projekten nur schwer wieder heraus.

Transitleitungen sind nicht nur eine große Einschränkung für Kärnten, sondern auch ein sehr großes finanzielles Risiko. Die größte Gaspipeline Europas wird jetzt von Italien nicht genutzt und die Kärntner Gaskunden müssen viel höhere Gasnetzgebühren zahlen. Aktuell beträgt die Erhöhung 30% mehr. Das gleiche gilt bei Transit-Autobahnen, Transit-Eisenbahnen und Transit-Stromleitungen. Die Kärntner und Österreicher zahlen und nicht das Ausland oder die Konzerne.

Bei allen Planungen ist zu berücksichtigen, dass erst 2025 die neue 380 kV - Salzburgleitung in Betrieb genommen wurde und damit die Stromnetzkapazitäten für die Pumpspeicher wesentlich erhöht wurde. Bis 2025 ist man mit den beiden 220 kV Leitungen in Kärnten und Salzburg ausgekommen.

Aus all diesen Gründen Nein zu einer 2. Strom-Transitleitung in Kärnten. Die Energiekonzerne  müssen mit einer Strom-Transitleitung in Kärnten auskommen. Bis 2022 wurde nur der Ausbau der bestehenden 220 kV – Leitung um 500 Millionen Euro geplant.

Wir fordern die Kärntner Politiker auf, dass sie sich für unser Heimatland Kärnten mit aller Kraft einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kärntner Bürgerinitiativen gegen das 380 kV - Mega-Projekt.

Insgesamt engagieren sich bereits  zahlreiche Kärntner Bürgerinitiativen gegen das 380 kV – Mega-Projekt.  Wir kämpfen um unsere Heimat, Gesundheit, Umwelt, für die Zukunft unserer Kinder und für den Wirtschaftsstandort Kärnten. Mit mehreren  Unterschriften-aktionen und Petitionen wurden bereits tausende Unterschriften von Betroffenen gesammelt. Gemeinden stellen sich mit Gemeinderatsbeschlüssen gegen das Projekt.

Dieses Projekt entscheidet die Politik. Diese kann das Projekt stoppen! So wie die Politik dieses Projektmit ihren Entscheidungen  ausgelöst hat.

Unterstützen Sie unsere Initiative!

**Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Kärntner Bürgerinitiativen: WWW.ABG380KV.INFO

Impressum:  Herausgeber  und Autor: Bürgerinitiative STOP 380 Kärnten, 9020 Klagenfurt am Wörthersee.

Unterlage nur für Informationszwecke der Bürgerinitiative. Alle Angaben ohne Gewähr, Irrtum und Fehler vorbehalten. Alle Angaben sind vom Leser selbst auf Richtigkeit zu prüfen. Alle Haftungen ausgeschlossen, soweit rechtlich zulässig. Diese Informationen basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen und eigenen Einschätzungen, und wurden sorgfältig erstellt.  Entwurffassung

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